Passages in WL

I wanted to call attention to some passages in Hegel’s Prefaces and Introduction to the Wissenschaft der Logik. The evaluative meme concerning Hegel’s prose style, expressed most clearly and acerbically by Schopenhauer, and less prolixly but perhaps more influentially by Popper, reckons his work as unnecessarily and intentionally difficult, mystical, bloated, and obtuse. Walter Kaufman even identifies a precise moment in Hegel’s career, both professional and rhetorical, wherein a fundamental transformation occurs. The transformation occurs, he argues, given the increasing importance of producing “big, difficult” philosophical works, doubtless a symbol of their importance. Such behavior isn’t an archaic phenomenon: isn’t this discussion incessantly constitutive of nearly every artistic or scientific field? For example critics, reviewers, and literary fiction readers relish the chance to introduce a bifurcation fundamental to modern and contemporary fiction: popular, market-driven fiction and avant-garde, rhetorically difficult work. In contemporary American fiction, Jonathan Franzen and David Foster Wallace, in addition to writing their own influential novels, have both produced non-fiction work which explores this theme. Returning to Hegel, one can indeed detect a rhetorical shift once he began to compose his Phänomenologie des Geistes. For example, his Differenz essay, in addition to his early religious writing, read wonderfully, almost conversationally. But, once Hegel recognized what sometimes appears to be a sufficient condition, difficulty, of philosophical work, he produced a work many consider the apotheosis of rhetorically dense philosophical speculation.

The following passages, I think, prove that Hegel, when he so moved, and as his early essays no doubt evidence, contrary to the evaluative meme, could produce some of the clearest, informative, profound and exciting philosophical prose in the history of Western philosophy. Indeed, even late in his philosophical career. Below I will supply the original German passages and, later, supply my own English translations. However, given that my current readership exceeds no more than seven persons, if the statistical measures are to be trusted, and given that these seven persons know (or claim to know…if you consider reading the English version with an occassional glance at the original ‘knowing’ German) German, posting the original shouldn’t be a problem. References will be to the suhrkamp Moldenhauer und Michel edition of the Werke 5. Here goes:

“Ganz so schlimm als der Metaphysik ist es der Logik nicht ergangen. Daß man durch sie denken lerne, was sonst für ihren Nutzen und damit für den Zweck derselben galt –gleichsam als ob man durch das Studium der Anatomie und Physiologie erst verdauen und sich bewegen lernen sollte –, dies Vorurteil hat sich längst verloren, und der Geist des Praktischen dachte ihr wohl kein besseres Schicksal zu als ihrer Schwester…Dies bessere Los betrifft jedoch nur das äußere Schicksal; denn ihre Gestalt und Unhalt ist derselbe geblieben, as er sich durch eine lange Tradition fortgeerbt, jedoch in dieser Überlieferung immer mehr verdünnt und abgemagert hatte; der neue Geist, welcher der Wissenschaft nicht weniger als der Wirklichkeit aufgegangen ist, hat sich in ihr noch nicht verspüren lassen. Es ist aber ein für allemal vergebens, wenn die substantielle Form des Geistes sich umgestaltet hat, die Formen früherer Bildung erhalten zu wollen; sie sind welke Blätter, welche von den neuen Knospen, die an ihren Wurzeln schon erzeugt sind, abgestoßen werden.” pg. 15

“Der wesentliche Gesichpunkt ist, daß es überhaput um einen neuen Begriff wissenschaftlicher Behandlung zu tun ist. Die Philosophie, indem sie Wissenschaft sein soll, kann, wie ich anderwärts erinnert habe, hierzu ihre Methode nich von einer untergeordneten Wissenschaft, wie die Mathematik ist, borgen, sowenig als es bei kategorischen Versicherungen innerer Anschauung bewenden lassen oder sich des Räsonnements aus Gründen der äußeren Reflexion bedienen. Sondern es kann nur die Natur des Inhalts sein, welche sich im wissenschaftlichen Erkennen bewegt, indem zugleich diese eigene Reflexion des Inhalts es ist, welche seine Bestimmung selbst erst setzt und erzeugt.” pg. 16

I find this following passage to be one of the most interesting of the three sections. While the passage concerning the nature of the German language is humorous and naive, and should otherwise be included if only for its infamy, I would omit it in the following reference.

“Die Denkformen sind zunächst in der Sprache des Menschen herausgesetzt und niedergelegt; es kann in unseren Tagen sich oft genug daran erinnert werden, daß das, wodurch sich der Mensch vom Tiere unterscheidet, das Denken ist. In alls, was ihm zu einem Innerlichen, zur Vorstellung überhaupt wird, was er zur Sprachemacht und in ihr äußert, enthält eingehüllter, vermischter oder herausgearbeitet eine Kategorie; so sehr natürlich ist ihm das Logische, oder vielmehr: dasselbige ist seine eigentümliche Natur selbst.” pg. 20

Something Brandom picks up on in Making it Explicit:

“Aber indem so die logischen Gegenstände wie deren Ausdrücke etwa in der Bildung Allbekanntes sind, so ist, wie ich anderwärts gesagt, was bekannt ist, darum nicht erkannt; und es kann selbst die Ungeduld erregen, sich n och mit Bekanntem beschäftigen zu sollen, –und was ist bekannter als eben die Denkbestimmungen, von denen wir allenthalben Gebrauch machen, die uns in jedem Satze, den wir sprechen, zum Munde herausgehen.” pg. 22

I particularly enjoy reading this passage concerning Aristotle’s comments on philosophy and the material conditions for its possibility:

“‘Erst nachdem beinahe alles Notwendige’, sagte Aristoteles, ‘und was zur Bequemlichkeit und zum Verkehr des Lebens gehört, vorhanden war, hat man angefangen, sich um philosophische Erkenntnis zu bemühen.’ ‘In Ägypten’, hatte er vorher bemerkt, ‘sind die mathematischen Wissenschaften früh ausgebildet worden, weil daselbst der Priesterstand früh in die Lage versetzt worden, Muße zu haben.’ In der Tat setzt das Bedürfnis, sich mit den reinen Gedanken zu bescäftigen, einen weiten Gang voraus, den der Menschengeist durchgemacht haben muß; es ist, kann man sagen, das Bedürfnis des schon befriedigten Bedürfnisses der Notwendigkeit, der Bedürfnislosigkeit, zu dem er gekommen sein muß, der Abstraktion von dem Stoffe des Anschauens, Einbildens usf., der konkreten Interessen des Behegrents, der Triebe, des Willins, in welche Stoffe die Denkbestimmungen eingehüllt stecken…’Nach so vielen Seiten’, sagt Aristoteles in demselben Zusammenhange, ‘ist die Natur des Menschen abhängig; aber diese Wissenschaft, die nicht zu einem Gebrauche gesucht wird, ist allein die an und für sich freie, und sie scheint darum nicht ein menschlicher Besitz zu sein’. ” pg. 22-23

“Anaxagoras wird als derjenige gepriesen, der zuerst den Gedanken ausgesprochen habe, daß der Nus, der Gedanke, das Prinzip der Welt, daß das Wesen der Welt als der Gedanke zu bestimmen ist. Er hat damit den Grund zu einer Intellektualansicht des Universums gelegt, deren reine Gestalt die Logik sein muß. Es ist in ihr nicht um ein Denken über etwas, das für sich außer dem Denken zugrunde Läge, zu tun, um Formen, welche bloße Merkmale der Wahrheit abgeben sollten; sondern die notwendigen Formen und eigenen Bestimmungen des Denkens sind der Inhalt und die höchste Wahrheit selbst.” pg. 44

And, what would a rare moment of humility be without its opposite?

“Wie würde ich meinen können, daß nicht die Methode, die ich in diesem Systeme der Logik befolge, noch vieler Vervollkommnung, vieler Durchbildung im einzelnen fähig sei; aber ich weiß zugleich, daß sie die einzige wahrhafte ist. Dies erhellt für sich schon daraus, daß sie von ihrem Gegenstande und Inhalte nichts Unterschiedenes ist; –denn es ist der Inhalt in sich, die Dialektik, die er an ihm selbst hat, welche ihn fortbewegt. Es ist klar, daß keine Darstellungen für wissenschaftlich gelten können, welche nicht den Gang dieser Methode gehen und ihrem einfachen Rhythmus gemäß sind, denn es ist der Gang der Sache selbst”. pg. 50

Enough for now.

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One response to “Passages in WL

  1. The thing is, can one ever be humble in the face of articulating Thought. It (Thought) is not something that resides outside of articulation, after all, and something to which we defer as though a transcendent Being or God. It is imbued in all its articulations, articulate or otherwise. An intentional method or science concerning this Thought will quite naturally be construed as arrogance, I think, because it dares to speak at the same time & rhythm as the thing itself.

    Re: the quotes. I loved this “Es ist aber ein für allemal vergebens, wenn die substantielle Form des Geistes sich umgestaltet hat, die Formen früherer Bildung erhalten zu wollen; sie sind welke Blätter, welche von den neuen Knospen, die an ihren Wurzeln schon erzeugt sind, abgestoßen werden.”

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